Linkliste – link list

September 6th, 2009 by winni

Für deutschsprachige Leser

Ich habe über die letzten Jahre einige Links zu den Themen Datenschutz, Kontrolle, Überwachung, Gesellschaft (u.a.) gesammelt. Nachdem mir bisher kaum Aggregatseiten bekannt sind, welche eine derartige Sammlung zur Verfügung stellen, habe ich meine Linkliste einfach mal online gestellt. Es handelt sich hierbei selbstverständlich um eine Betaversion. Es sind Nachrichten mit Artikeln vermischt und es handelt sich bei weitem um kein umfassendes Bild zu den aufgelisteten Themen. Dennoch mussten die Links irgendwann mal wieder in die Freiheit entlassen werden und ich hoffe auf entsprechendes Feedback und Hilfe, die Liste zu erweitern und möglichst zu vervollständigen. Sollte eure Webseite fehlen, schickt mir einfache eine Email.

for english speaking readers

Over the  last few years, i’ve been bookmarking loads of websites news, articles, organisations, research projects (and so on) about privacy, control, surveillance, society (…). I’ve never found a website trying to aggregate all those resources, so i decided to publish my list of links in a beta version to have at least any list of links online. I hope for your help for feedback and additional links to complete the list as far as possible. Remember, this is work in progress, if your site is missing, send me an email.

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Statistik, Statistik!

März 7th, 2009 by winni

Es gibt Zahlen, die sich viral verbreiten, ein besonders berühmtes Beispiel hierfür ist die Zahl von 4.2 Millionen CCTV Kameras in Großbrittanien, die dazu führen sollen, dass der durchschnittliche Bürger in London 300 mal am Tag gefilmt wird. Diese Zahlen stammen ursprünglich aus dem Buch The Maximum Surveillance Society, C. Norris, Berg Publishers, 1999. Die Times ist diesen Zahlen einmal nachgegangen und hat nochmal nachgelesen. Letztlich läuft das ganze darauf raus, dass die Zahlen für den Bericht des Datenschutzbeauftragten benutzt wurden und mehr oder weniger eine öffentliche Diskussion zum Thema Überwachung anstoßen sollten. Die Zahlen an sich beruhen auf einem fiktiven Rundgang durch London, von statistischer Relevanz kann zunächsteinmal nicht ausgegangen werden.

Die Frage ist nun nur, ob man alle, die behaupten, “man werde 300 mal am Tag in London gefilmt” kollektiv für diese absolute Aussage prügeln sollte, wenn doch eigentlich wahr ist, dass man 300 mal am Tag “gefilmt werden kann”. Statistisch und im wissenschaftlichen Diskurs (in welchem diese Zahlen durchaus eine Rolle spielen) ist das natürlich relevant. Aber mal im ernst, 50, 100, 200, 300, 600 mal am Tag gefilmt zu werden macht nicht den wesentlichen Unterschied. Die Frage ist, welchen Einfluss ständige Überwachung auf den Bürger hat. Einfluss abzustreiten würde im übrigen die Technik ad absurdum führen, immerhin ist eine Verhaltensänderung ja gerade gewünscht. Nur davon auszugehen, dass böse Buben plötzlich brav werden, weil sie ne Kamera sehen ist sehr blauäugig. Weder das wird so einfach durch eine Kamera passieren, noch kann sich irgendjemand hinstellen und behaupten, es sei auszuschließen, die Überwachung habe nicht auch negative Folgen auf das Sozialverhalten und das Leben der Menschen, die ihr ausgesetzt sind.

Sinnvolle und verlässliche zahlen werden wir vielleicht in ein paar Jahren mal bekommen, wenn Face Recognition Systeme die heutigen Systeme abgelöst haben. Dann kann man wirklich auf grundlage der Daten eine ernsthafte statistische Erhebung durchführen. Auch wenn ich in dem Forschungsfeld aktiv bin, muss ich dennoch eines feststellen: nur weil Facereg die Statistik verbessert ist sie nicht gerade wünschenswert. Insbesondere, wenn die Zahlen ohnehin irrelevant sind. Verhaltensänderungen treten nicht erst ab einer bestimmten Kameradichte auf.

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Privacy Videos Update

Februar 13th, 2009 by winni

Der kanadische Datenschutzbeauftragte hat bereits vor einiger Zeit den Videocontest mycontest ausgerufen. Mittlerweile sind die Videos eingetroffen und die Gewinner wurden festgestellt. Die Videos sind extrem unterschiedlicher Qualität, aber nachdem es sich um eine gute Idee handelt, sich einige Videos durchaus sehen lassen und ich hier schon viele Videos verlinkt habe, gibts hier zumindest mal die Gewinner, Platz 1-7 (alle Finalisten auch im entsprechenden YouTube-Channel):

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Architektur…

Februar 5th, 2009 by winni

Jojoo hat mich gestern darauf hingewiesen, dass sich unsere These, die wir gemeinsam aufgestellt haben, Lichtprobleme bei Face-Recognition Videoüberwachung ließen sich künftig Architektonisch lösen, mittlerweile auch anderenorts wieder findet. Im Deutschen Architektenblatt findet sich ein entsprechender Hinweis. Wir hatten uns seierzeit mit der BKA Studie beschäftigt, für welche am Mainzer Hauptbahnhof entsprechende Versuche durchgeführt wurden. Veröffentlicht wurde das in der Studentenzeitung Hochschulzeitung der TU HU Berlin, HUch, Ausgabe 53, Seite 12. Titel: Kamera gegen Mensch, Ist die Gesichtserkennung gescheitert?

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Das Gruselkabinett der Überwachung

September 9th, 2008 by winni

Nach einer etwas längeren Pause melde ich mich hier zurück und zwar mit unserem neusten Projekt, dem Gruselkabinett der Überwachung. Eigentlich handelt es sich hierbei nicht um ein Zankapfel.org Projekt, dennoch waren einige unserer Crew bei der Konzeption, Realisierung und bisherigen Durchführung beteiligt. Bisher waren wir mit dem Gruselkabinett in Berlin, im September gruselt sich Tübingen und im November werden Teile des Kabinetts in Dresden zu sehen sein.

Das Gruselkabinett der Überwachung möchte die komplexe Thematik der Überwachung des Datenschutzes greifbar machen. Viel zu oft versinken diese Themen im Sumpf des Abstrakten, wir wollen Überwachung direkt sichtbar, fühlbar machen und gleichzeitig aufklären.

Das Gruselkabinett umfasst folgende Punkte:

  1. Da es häufig schwer fällt, einen Zugang zu der abstrakten Thematik der Überwachung und Disziplinierung zu finden haben wir einige Informationstafeln ausgearbeitet, welche einen Einblick in die Mechanismen der Überwachung und Disziplinierung geben sollen.
  2. Teil dieser Ausstellung ist zudem eine Videoinstallation. Mittels einer einfachen Webcam und eines handelsüblichen PCs skizzieren wir, wie Menschen nicht nur dargestellt, sondern auch analysiert werden. Die Körper von Betrachtern der Informationstafeln werden erfasst, farblich vom Hintergrund unterschieden und mit Zahlen versehen. So werden sich Betrachter der Informationstafeln der ihnen entgegengesetzten Betrachtung bewusst.
  3. Um über die Auswirkungen von Überwachung zu informieren und um das Datenschutzbewusstsein zu stärken bieten wir auch Workshops und Vorträge zu verschiedenen Themen an. Die Workshops dienen der gezielten Schaffung eines Datenschutzbewusstseins, indem die Teilnehmer herausarbeiten, welchen Gefahren sie sich aussetzen.

Die Vorträge lassen sich gezielt auf Zielgruppen zuschneiden und decken das vollständige Spektrum des Themenfelds Datenschutz, Informationsfreiheit und Überwachung ab. Mögliche Themen für Vorträge wären etwa »Was ist eigentlich Datenschutz«, »Das Verhältnis von Arbeitnehmer und Arbeitgeber«, »Methoden der Computer und Telekommunikationsüberwachung«, »Gefahren der Internetnutzung für Jugendliche« usw.

Weitere Informationen, Kontaktdaten sowie eine kleine Broschüre über das Gruselkabinett finden sich unter www.gruselkabinett.zankapfel.org

Herzlichen Dank allen, die bei der Umsetzung des Projekts beteiligt waren, namentlich genannt sein sollten hier Philipp, Thomas, Markus, Jonas, das Ract! Team, sowie die fsrvv.

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