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In den USA gabs mal wieder einen besonders bizarren “Hacker-Fall”. David Ritz wurde zu insgesamt 60.000 US-Dollar Strafe verurteilt, weil er mit einem einfachen Unix-Befehl einen Zonentransfer ausgelöst hat un damit die komplette interne Adress- und Namensstruktur einer Firma offen gelegt hat.
Das Gericht stellte fest, dass Ritz dabei seine “Identität hinter Proxies verbarg, ein UNIX-Betriebssystem verwendete und neben anderen Methoden Shell Accounts einsetzte. Außerdem gab er sich als Mail-Server aus.” Die auf diese Weise gewonnenen Informationen machte Ritz publik. Diese Information, stellte das Gericht fest, sei nicht öffentlich verfügbar gewesen. Damit habe Ritz die Datensicherheit von Sierra gefährdet, Ritz sei also als Hacker einzustufen, schließlich sei der Befehl “host -l” dem normalen Anwender nicht bekannt.
Liest sich irgendwie lustig. Der Mann hat böse Sachen gemacht und zwar mit bösen Tools, die jeder haben kann aber irgendwie nicht hat weil er nix davon weiß. Interessant ist das ganze halt im Kontext des deutschen Hackerparagraphen. Der Verbietet ja unter anderem auch die Verbreitung von Hackertools. Was sollen Unix-Hersteller nun also tun? Das Programm “host” aufbohren und den List-Mode rauswerfen (besser gleich alles was mit DNS zu tun hat nicht mehr anbieten), Mailsoftware nicht mehr anbieten und wenn wir gleich schon dabei sind, werfen wir auch noch die Shell über Bord. Braucht doch eh keiner.
Es gab viel zu hören über den “Schwarzen Block” nach dem G8 Gipfel in Heiligendamm und den teilweise heftigen Auseinandersetzungen, die sich Demonstranten und Polizisten geliefert haben. Am 7. Juni fühlte sich die FAZ daher wohl genötigt eine Analyse über den Black Block zu bringen. Nun, da steht freilich auch richtiges drin, der Unsinn dominiert den Artikel jedoch. Es scheint, als sei die Frankfurter verzweifelt auf der Suche nach Antworten auf ein Phänomen, das sie nicht versteht.
Besonders amüsant ist jedoch folgende Passage:
“Nicht einmal abgesprochen seien die Treffen, sagen die drei. Und genau das macht es schwierig für die Polizei, frühzeitig gegen den „schwarzen Block“ vorzugehen. Auf Demonstrationen aber läuft die Kommunikation der Chaoten viel besser. Dann werden Neuigkeiten per Funkgerät übermittelt und Aktionen am Handy abgesprochen. Neue Blocker schreiben ihre Handynummern sogar mit Edding auf den Unterarm.”
Nun, Handynummern auf dem Unterarm, das kennt man von Demos ja, aber die eigene? Mir scheint, da hat ein Reporter was in den falschen Hals bekommen. Zur Erklärung: auf Demos schreiben sich viele, nicht nur Leute vom BB eine Telefonnummer auf den Unterarm oder auch mal aufs Bein. Das hat allerdings rein garnichts mit Kommunikation oder Organisation des Schwarzen Blocks zu tun. Es handelt sich hier um die Nummer des Ermittlungsausschusses (EA). Diese soll angerufen werden, wenn es zu Festnahmen kommt, um den Betroffenen die Möglichkeit zu verschaffen anwaltliche Hilfe zu erhalten, die schon vor der Demo organisiert wurde. Schief laufen kann immer etwas, deshalb schreiben sich die Leute die Nummer auf den Arm. Steht in jedem Demo ABC und sollte mittlerweile eigentlich jedem bekannt und bewusst sein, der ab und an mal auf ner Demo vorbei schaut. Manchmal kann man echt nur noch den Kopf schütteln.
Nachdem die Online-Durchsuchung momentan als Sau durch die Medienwelt und sämtliche Weblogs getrieben wird, habe ich mich dagegen entscheiden selbst eine Zusammenfassung zu veröffentlichen. Warum das Rad zweimal erfinden. Hier aber wenigstens etwas Linkfutter (zumindest mal ein paar wichtige Quellen):