Lese und Schreibkompetenz

August 28th, 2007 by winni

Spiegel Online berichtet “Bundes-Trojaner sind spähbereit”. Nachdem Markus auf Netzpolitik.org Dokumente aus dem BMI veröffentlicht hat kommt auch Spiegel Online nicht drum rum darüber zu berichten:

“Das Bundeskriminalamt hat offenbar einen Computer-Trojaner fertiggestellt, das beliebige Rechner aus der Ferne durchsuchen kann. Das geht aus jetzt enthüllten Schreiben des Innenministeriums hervor.” (SpOn)

Das klingt reichlich bedrohlich, was in den Dokumenten steht ist es auch, ich erarbeite gerade eine Zusammenfassung bei meinem Praktikum. Nur scheint man heute im Hause Spiegek nicht so recht Lust gehabt zu haben die Dokumente auch wirklich zu lesen. Denn schon auf Seite eins der Dokumente steht:

“… unter dem Vorbehalt, dass sich diese Software im Rahmen eines Projektes (Proof of concept) noch in der Entwicklung befindet und aufgrund des gegenwärtig verfügten Entwicklungsstopps noch nicht fertig gestellt ist. Die Antworten basieren daher auf bisher festgelegten Designkriterien und bereits fertig gestellten Teilmodulen”

Das klingt nicht gerade nach einsatzbereit. Wäre auch schockierend, wenn das was da drin steht real wäre, es handelt sich nämlich um ziemlich viel Voodoo. Dem entsprechende Redakteur scheint ein einsatzbereiter Trojaner (der laut BMI jezt RFS - Remote Forensic Software heißt) besser zu klingen. Oder er hat das Dokument gar nicht gelesen. Ansonsten ist nicht verständlich warum er einen Hinweis auf Seite 1 nicht wahrnimmt. 

Mein persönliches Highlight aus dem Fragenkatalog möchte ich dennoch vor der Zusammenfassung vorwegnehmen:

“Wer berät sachverständig die Sicherheitsbehörden und das BMI bei der Konfiguration von Online-Durchsuchungen? 

Die Sicherheitsbehörden und das Bundesministerium des Innern verfügen grundsätzlich über genügenden Sachverstand.”

Nee is klar. Fortsetzung folgt.

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