Chaos Communication Camp 2007 Preview

März 29th, 2007 by winni

Das Chaos Communication Camp 2007 kann kommen. Gerade heute hab ich das Banner hier ins Weblog reingefrickelt, da gibts auch schon ein kleines Video von der Location. Leute, da scheint jetzt schon die Sonne!

Ich hab das Video hier auf Zankapfel hochgeladen, weil der Server vom CCC momentan gut beschäftigt ist. Feel free to download.

So wies aussieht gibt es:

  • Hangars
  • Jede Menge lustiges Spielzeug: Autos, Flugzeuge, Hubschrauber, Raketen, Schießeisen und was weiß ich alles
  • Starkstrom!
  • Parabolantennen (für Wlan)
  • WCs
  • Grillstellen neben ner MIG oder was auch immer das für nen Teil is, das hat flair.
  • Flugplatz um für die Anreize per Luftpost gleich ums Eck
  • eigene Feuerwehr

Sachmal, was soll da denn noch schief gehen?

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GPLv3: aller guten Dinge sind drei…

März 29th, 2007 by winni

Heute Gestern hat die FSF eine neue, die dritte Version eines Entwurfs für die Neufassung der GPL herausgegeben. Damit geht die Diskussion weiter, in der sich Linus Torvalds bisher sehr kritisch geäußert hatte. In der jetzigen Fassung scheint er jedoch weniger Probleme zu sehen, er ist zwar nicht vollkommen überzeugt, aber dennoch findet er diesen Entwurf deutlich besser als die letzten beiden.

Der Entwurf ist recht restriktiv, was Kooperationen wie die zwischen Novell und Microsoft oder die Nutzung von DRM angeht. Bei letzterem wurde eine Passage die sich auf den US-amerikanischen Digital Millenium Copyright Act (DMCA) bezog heraus und wurde durch Bestimmungen zum WIPO Copyright Treaty (WCT) ersetzt. Das war notwendig, da ein Bezug auf DMCA dazu geführt hätte, dass die Lizenz außerhalb der Vereinigten Staaten nicht anwendbar wäre. beim WCT handelt es sich dagegen um einen internationalen Vertrag für Schutzvorichtungen gegen die Umgehung von DRM-Systemen.

Deal wie der zwischen Novell und Microsoft sollen künftig ausgeschlossen werden. Kern des Abkommens war die Zusicherung der beiden Unternehmen, nicht auf Basis der jeweiligen Patente Kunden des Partners zu verklagen. Die FSF sieht darin die Gefahr der Spaltung der Community und ein unkalkulierbares Risiko für alle, die nicht von solch einem Abkommen abgedeckt sind. Daher wurde in die Lizenz eine Passage eingefügt, die jedem Nutzer eines GPL3 Programms vom Lizenzgeber ein nichtexklusives Recht zugesteht, dessen Softwarepatente mit zu nutzen. Daneben gibt es weitere Absätze, die sich direkt auf das Abkommen der beiden Firmen beziehen. So sollen Abkommen, die sich nur auf eine bestimmte Programmversion oder Distribution beziehen und deren Nutzer schützen künftig für alle Benutzer gelten. In Absatz 5 wirds dann richtig repressiv, da ist ein Verbot solcher Abkommen zu finden, bei einer Verletzung verliert der Distributor sämtliche Rechte zur Nutzung und Verbreitung des Programms.

So repressiv das ganze auch klingen mag, ich finde das sehr überzeugend. DRM entrechtet den Nutzer, Deals wie der zwischen Microsoft und Novell spalten die Community. Für mich wird der Entwurf damit neuen Entwicklungen gerecht.

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So Long, and Thanks for all the Fish

März 29th, 2007 by winni

Gestern war Holger Kleins letzte Chaosradiosendung, Holger zieht weiter, auf ihn warten neue Aufgaben. Im IRC haben das alle betrauert und ich finde es ebenfalls schade, dass wir künftig ohne ihn auskommen müssen. Holgers Moderationen haben dem Radio gut getan, man hat gemerkt, dass es ihm Spass macht. Als ich das erste mal vom Chaosradio hörte habe ich mich gefragt, wie das denn funktionieren soll, ein Moderator der keine Ahnung hat und ein paar Geeks, die unverständliches Zeug labern? Aber nein. Holger hat es immer geschafft, das ganze auf eine verständliche Ebene zu ziehen. Außerdem gibts glaube ich niemanden, der potenzielle “NPD-Protestwähler” zur Sau machen kann (siehe die gestrige Sendung).

Danke Holger, für sieben Jahre Chaosradio und für den ganzen Fisch.

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Volkszählung 2010/2011 (Update)

März 28th, 2007 by winni

Es soll eine neue Volkszählung geben. Oder zumindest etwas in dieser Art. Das Bundeskabinett hat heute dem Entwurf eines Gesetzes zur Vorbereitung eines “registergeschützten Zensus einschließlich einer Gebäude- und Wohnraumzählung 2011 (Zensusvorbereitungsgesetz 2011)” zugestimmt (BMI).

Dabei scheint es um die Umsetzung einer Verordnung der Europäischen Union zu gehen, die Volkzählung soll das erste mal auf Basis eines registergestützten Zensus stattfinden. Die Grundlage ist nicht wie bei der BRD-Volkszählung ‘87 eine Befragung aller Einwohner sondern die Auswertung der Melde- und Verwaltungsregister. Befragungen der Bevölkerung sollen nur stichprobenartig vorgenommen werden (10 000 Bürger und mehr). Die Qualität werde durch die veränderte Grundlage nicht beeinträchtigt, so das BMI, dafür wird der ganze Spass deutlich billiger.

Nächstes Jahr sollen wir dann genau erfahren, was auf uns zukommt:


Unter Berücksichtigung der Vorgaben der dann vorliegenden Verordnung der Europäischen Union über Volks- und Wohnungszählungen wird mit einem weiteren Bundesgesetz, dem Zensusanordnungsgesetz, im Jahr 2008 der registergestützte Zensus in Deutschland angeordnet und festgelegt, welche Merkmale zu erheben sind.

Unser Innenminister Wolfgang Schäuble ist regelrecht begeistert von dem Projekt und sieht auch keine Datenschutzprobleme:

Der registergestützte Zensus ist ein technisch und methodisch anspruchsvolles Projekt, das mehr Vorbereitungszeit benötigt, als eine traditionelle Volkszählung. Dafür können die erforderlichen Daten zur Bevölkerung, Erwerbstätigkeit und Wohnsituation ohne Qualitätseinbußen mit deutlich weniger Befragungen der Bürger und wesentlich geringeren
Kosten gewonnen werden. Die Belange des Datenschutzes werden schon bei der Zensusvorbereitung besonders berücksichtigt. Der Zensus  2011 wird eine neue verlässliche Grundlage für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Planungen bei Bund, Länder und Gemeinden bilden.

Die Webseite der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder gibt derweil mehr Auskunft über den Ablauf und das Verfahren, die Planungen scheinen da schon recht weit zu gehen. Der Pool an Daten, der erfasst werden soll sieht folgendermaßen aus:

Der genaue Zeitliche Ablauf scheint auch bereits festzustehen und scheint etwa zwei Jahre zu dauern. Da es in Deutschland kein zentrales Melderegister gibt sollen alle Gemeinden zum Zensus-Stichtag ihre Melderregisterauszüge abliefern, die dann erstmal auf Vollständigkeit etc geprüft werden. Dann soll eine Mehrfachfallprüfung stattfinden, es soll also herausgefunden werden, ob Personen mehrfach mit Hauptwohnsitz in Deutschland gemeldet sind. Für diesen Abgleich und die notwendigen Korrekturen werden “einige Wochen” eingeplant. Das ist dann aber immer noch nicht genug, drei Monate nach der ersten Erhebung gibt es eine zweite, um Einträge, die zwar schon bearbeitet, aber nicht im Melderegister waren aufzunehmen. Ich frage mich bei der ganzen Angelegenheit nur, wie lange es dauern wird, bis Rufe laut werden, gleich ein zentrales Melderegister zu schaffen.

Parallel zum Zensus sollen Stichproben erhoben werden:

Mehrere tausend Interviewerinnen und Interviewer werden mittels Fragebögen rund zehn Prozent der Bevölkerung befragen. Dieser Erhebungsteil wird nebst der anschließenden Erfassung der Ergebnisse einige Monate dauern. Wenn alle Stichprobenergebnisse vorliegen, können sie mit den Melderegisterdaten verglichen werden. Dieser Vergleich dient der Ermittlung der Fehlerraten, mithilfe derer die Melderegisterdaten im Rahmen der Haushaltegenerierung einer Korrektur unterzogen werden.

Zehn Prozent also. Damit haben sie ihre Grafik selbst torpediert. Ein zehntel der Bevölkerung von 80 Mio, das sind nicht “10 000 und mehr”, nein, das sind 8 Millionen. Da haben sie sich wohl leicht verrechnet. Dann gibts aber noch mehr, was erhoben werden soll. “Die postalische Gebäude- und Wohnungszählung“. Dieser Teil wird nicht von Interviewern durchgeführt, betroffen sind hier “[d]ie rund 17,5 Millionen Immobilien-Eigentümer”. Die sollen Auskünfte über ihre am Stichtag geltenden Verhätnisse geben. Das ist natürlich von zentraler Bedeutung für “wohnungspolitische und raumplanerische Entscheidungen”. Was genau erhoben werden soll habe ich der Webseite nicht entnehmen können. Aber das Verfahren soll zuverlässig und billig sein.

Nach der Gebäude- und Wohnungsszählung wird das ganze statistisch Bereihnigt und ausgewertet. Veröffentlicht wird der ganze Spass dann 24 Monate nach Beginn des ganzen Schauspiels. Das ganze Verfahren soll auf natürlich den Ansprüchen des Bundesverfassungsgerichts entsprechen, das ‘87 die Volkszählung gestoppt hat:

Die Bürgerinnen und Bürger können sicher sein, dass ihre persönlichen Angaben den abgeschotteten Bereich der Statistischen Ämter nicht verlassen. Auch bei dem neuen registergestützten Zensus wird zu jeder Zeit des Verfahrens sichergestellt, dass dieses Statistikgeheimnis und der Datenschutz streng eingehalten werden, damit keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden können.

Na da bin ich aber mal gespannt. Auf Netzpolitik.org war auch schonmal ein Beitrag dazu, als die grundsätzliche Beteiligung beschlossen wurde.

Update: Auch heise hat das Thema heute aufgegriffen, deren Artikel zu folge ist der registergestützte Zensus nicht unumstritten:

Die Technik eines registergestützten Zensus ist nicht unumstritten. Kritiker der Technik haben sich für eine umfassende Volkszählung
ausgesprochen, weil sie die Qualität der Registerdaten anzweifeln. In dem Maße, in dem die Registerdaten unvollständig oder fehlerhaft seien, werde der darauf aufbauende Zensus eine Datensammlung von zweifelhaftem Wert produzieren, lautet der Tenor der Kritik. Neben Zweifeln an der Qualität der Registerdaten gibt es aber auch Befürchtungen, dass die
registergestützte Volkszählung eine Art “Rasterfahndung auf Vorrat” sein könnte, wenn ohne Anonymisierung Datenbestände zusammengeführt werden, die in dieser Form bisher gesetzlich nicht vereint werden durften.

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Chaosradio: Bundestrojaner

März 28th, 2007 by winni

Nachdem das Thema ja gerade ein wenig am köcheln ist, gibts heute Abend auch passend das Chaosradio 122 zum Thema “Der Bundestrojaner - Nie wurden ihre Grundrechte so verletzt…“. Anwesend sein werden Frank Rieger, Constanze Kurz und Thorsten Schröder. Angekündigt ist folgendes:


Die Sicherheitsbehörden möchten zu gern in den Computer von Verdächtigen hineinschauen dürfen - online, in Echtzeit und natürlich heimlich. Der sogenannte Bundestrojaner droht ein staatliches Schnüffelwerkzeug zu werden, das den Zugriff auf die intimsten Daten des Digitalbürgers ermöglichen soll. In der Folge wäre neben Mail-, Chat-, Audio- und Videoüberwachung mittels des ferngesteuerten Rechners auch Erpressungen durch das Einschleusen von gefälschten Beweisen auf die Platte des Bürgers möglich.

Chaosradio beleuchtet die technischen und rechtlichen Hintergründe, mögliche Abwehrmaßnahmen und wirft einen Blick in andere Länder, wo solches staatliches Cracking schon angewendet wird. Dabei werden wir versuchen, die häufigsten Fragen zum Thema zu beantworten: Was unterscheidet eigentlich die Online-Durchsuchung von einer normalen
Hausdurchsuchung? Wie kann ich mich schützen? Hilft da mein Virenscanner? Hilft es, die Festplatte zu verschüsseln? Sind freie Betriebssysteme gegen den Bundestrojaner immun?

Damit ist glaube ich für jeden was dabei. Ich freu mich auf jeden Fall drauf und habe ja wirklich die Befürchtung, dass unser lieber Herr Ziercke heute wieder sein Fett abbekommt. Der würde langsam glaub mal gut dran tun weniger große Töne zu spucken, mir wäre es peinlich mehrere Tage von der halben deutschen Blogosphäre gebasht zu werden.

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